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Die günstigsten Stromstunden nutzen: so viel können Sie sparen
Innerhalb eines einzigen Tages unterscheidet sich der Börsenpreis oft um das Fünf- bis Zehnfache. Wer diese Spanne nutzt, zahlt spürbar weniger. Dafür brauchen Sie nur zwei Dinge: einen Börsenpreisvertrag und die Gewohnheit, einen Blick auf die Karte zu werfen.
Die typische Tageskurve
- Nacht (etwa 01:00–05:00 Uhr) – meist die günstigste Zeit: Fabriken und Menschen schlafen, der Wind weht.
- Morgenspitze (07:00–09:00 Uhr) – alle stehen auf, schalten Heizung und Kaffeemaschine ein.
- Mittag – im Sommer und an sonnigen Tagen sinkt der Preis oft, weil die Solaranlagen ihr Maximum liefern.
- Abendspitze (17:00–20:00 Uhr) – die teuerste Zeit: Die Sonne ist untergegangen, die Leute kochen zu Hause und laden ihre Autos.
Die genauen Stunden unterscheiden sich je nach Land und Tag – deshalb hebt die Karte für jedes Land die drei günstigsten und die drei teuersten Perioden hervor.
Was sich zu verschieben lohnt
Es lohnt sich bei Geräten, die viel verbrauchen und denen es egal ist, wann genau sie laufen:
- Waschmaschine, Wäschetrockner, Geschirrspüler – fast alle haben eine Startzeitvorwahl.
- Laden des Elektroautos – der größte Verbraucher im Haushalt; die meisten Wallboxen und Autos lassen ein Ladefenster einstellen, manche lesen die Börsenpreise selbst aus.
- Warmwasserboiler – mit Zeitschaltuhr oder smartem Relais lässt sich das Wasser nachts aufheizen und den ganzen Tag nutzen.
- Wärmepumpe, Fußbodenheizung, Nachtspeicherheizung – die Masse des Hauses ist ein Wärmespeicher: in günstigen Stunden um ein Grad „überheizen“ und in den teuren pausieren.
- Sauna, Poolpumpe, Lüftung mit großem Motor.
Bei Beleuchtung, Fernseher oder Computer lohnt der Aufwand kaum – ihr Verbrauch ist winzig.
Wie viel Sie sparen können: ein Beispiel
Angenommen, Sie können 5 kWh pro Tag in die günstige Zeit verschieben (ein Waschgang, der Geschirrspüler und ein Teil des Warmwassers). Liegt der Abendpreis bei 0,25 €/kWh und der Nachtpreis bei 0,08 €/kWh, beträgt die Differenz 0,17 €/kWh, also etwa 0,85 € pro Tag oder ~25 € im Monat. Mit einem Elektroauto, das 50 kWh pro Woche verbraucht, bringt dieselbe Spanne weitere ~35 € im Monat. Die Zahlen sind beispielhaft – die Spanne in Ihrer Zone und Jahreszeit wird anders ausfallen, die Proportionen sind aber meist ähnlich.
Was Sie brauchen
- Einen Börsenpreisvertrag. Bei einem Festpreistarif zahlen Sie in jeder Stunde dasselbe, und dieser Artikel bringt Ihnen nichts. Die Anbieter nennen den Börsenvertrag unterschiedlich – „Spotpreis“, „dynamischer Tarif“, „variabler Preis“; in jedem Fall zahlen Sie den Börsenpreis plus die Marge des Anbieters.
- Einen intelligenten Stromzähler (Smart Meter), der den Verbrauch stündlich oder viertelstündlich erfasst. Im Baltikum und in den nordischen Ländern hat fast jeder einen; in Deutschland ist der Smart-Meter-Rollout noch im Gange und erst teilweise abgeschlossen.
- Die Preise für morgen. Sie werden gegen 12:45–13:00 Uhr MEZ veröffentlicht, sodass Sie am Abend bereits die Nacht und den nächsten Tag planen können.
Zwei Hinweise
- Auch das Netzentgelt hat in manchen Ländern Tag- und Nachttarife – prüfen Sie die Preisliste Ihres Verteilnetzbetreibers; auf der Karte ist es nicht enthalten. Wie sich die Rechnung zusammensetzt: Mehrwertsteuer und Netzentgelte.
- Da die Preise in 15-Minuten-Schritten vorliegen, kann ein Stundenmittel eine teure Viertelstunde verbergen. Für Geräte mit Zeitschaltuhr reicht eine Stunde, smarte Systeme sollten aber alle vier Perioden auslesen.
Die günstigsten Perioden jedes Landes finden Sie auf der Karte – öffnen Sie ein Land, und die drei grünsten Zellen sind Ihre Antwort.